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Verfehlte Politik für Metropolen lässt ländliche Räume aussterben

1. Dezember 2022

Wohnungswirtschaft in Sachsen fordert Neuausrichtung der KfW-Förderung und intelligentere Steuerung der Zuwanderung

Nach dem Chaos um die KfW-Förderung für Sanierungen und Neubau in diesem Jahr fordert der vdw Sachsen eine schnelle und langfristig verlässliche Neuausrichtung der Förderung. „Dabei muss endlich Schluss sein mit der einseitigen Fokussierung auf Neubau in den Metropolen“, so Verbandsdirektor Rainer Seifert. „Eine Fortsetzung dieser Politik wäre eine klare Absage an den ländlichen Raum.“ Zugleich müsse der Fokus stärker auf eine intelligente Steuerung der Einwanderung gelenkt werden: „Statt über Fragen der Einbürgerung zu diskutieren, sollte die Politik zunächst einmal darauf hinwirken, dass die Zuwanderung nicht nur in die Metropolen erfolgt. Das würde sowohl den Großstädten als auch dem ländlichen Raum helfen.“

Die Unsicherheit rund um die künftige Förderung hatte in der sächsischen Wohnungswirtschaft zuletzt reihenweise zu Absagen von geplanten Investitionen geführt. „Neubau ist auf absehbare Zeit tot“, prognostiziert Rainer Seifert. „Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist das Ziel der Bundesbauministerin, 400.000 neue Wohnungen im Jahr zu schaffen, nicht mal im Ansatz realisierbar.“ Ohnehin sei das der völlig falsche Ansatz: „Stattdessen muss der ländliche Raum gestärkt werden. Hier steht genügend modern sanierter Wohnraum zur Verfügung, um die Metropolregionen zu entlasten. Wenn nicht endlich umgedacht wird, verschärfen sich die Probleme in den Großstädten weiter, während andernorts ganze Landstriche veröden.“ Bis 2035 sagen aktuelle Prognosen zahlreichen Städten und Gemeinden in strukturschwachen Regionen einen Bevölkerungsrückgang von mehr als 20 Prozent voraus. Schon jetzt herrscht in diesen Orten ein hoher Leerstand. „Die verfehlte Politik für Metropolen lässt ländliche Räume aussterben.“

Um ein weiteres Auseinanderdriften zwischen Stadt und Land zu verhindern, brauche es auch eine bessere Steuerung der Einwanderung. „Wir brauchen Einwanderung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, der inzwischen mancherorts sogar schon zu einem generellen Arbeitskräftemangel wird“, so Rainer Seifert. „Es steht auch außer Frage, dass wir Geflüchteten aus Kriegsgebieten helfen müssen. Dabei braucht es aber dringend intelligentere Steuerungsmechanismen. Bei der Förderung muss der ländliche Raum künftig Vorrang haben. Anreize, neue Jobs zu schaffen, müssen vorrangig im ländlichen Raum gesetzt werden. Geflüchteten – vor allem aus der Ukraine – muss deutlicher als bisher erklärt werden, dass sie in ländlichen Regionen qualitativ gleichwertigen Wohnraum finden wie in den Großstädten. Das ist vielen schlicht nicht bewusst.“

Die angekündigte Neuaufstellung der KfW-Förderung für Neubau und Sanierungen muss schnellstmöglich kommen und diese Schwerpunktsetzung berücksichtigen. „Wenn wir die Großstädte zu Tode verdichten, während der ländliche Raum ausstirbt, ist niemandem geholfen“, so Rainer Seifert. „Statt 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr in den Metropolen bauen zu wollen, sollten wir 400.000 Menschen pro Jahr dabei unterstützen, nicht in der Großstadt, sondern im ländichen Raum ein neues Zuhause zu finden. Dort, wo die Wohnungen schon da sind und nicht für teures Geld gebaut werden müssen.“

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